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Sabrina Mockenhaupt holt DM-Titel Nummer 42 – Stefan Brockfeld überrascht als Deutscher M50-Meister

Mocki & Brocki Text

Celle. Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) hat bei den Deutschen Meisterschaften über 10.000 Meter ohne ernsthafte Konkurrenz ihren 42. DM-Titel gewonnen.  Überraschend ist hingegen ein anderer Siegerländer Titel: Stefan Brockfeld (TuS Deuz) lief in 34:49,91 min. zum Seniorentitel der M50.

Nach ihrem Sieg bei den 40. Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften in Bad Liebenzell vor zwei Wochen lief Sabrina Mockenhaupt auch bei den zweiten Deutschen Meisterschaften nach ihrem Fußbruch kurz vor dem Jahreswechsel souverän zum Titel. Hatte sie bei  der Halbmarathon-DM in der Siegerzeit von 1:12:41 Stunden bereits die Norm (1:13:00 Std.) für die Leichtathletik-Europameisterschaft vom 6. bis 10. Juli 2016 in Amsterdam knapp unterboten, so gelang der 35-Jährigen im Otto Schade Stadion von Celle auch über 10.000 Meter in der Siegerzeit von 32:40,80 min. die EM-Norm (32:50 min.). Eine Punktlandung – und eine starke Vorstellung nach nur drei Monaten kontinuierlichen Trainings.

Zweite EM-Norm für Amsterdam in der Tasche

„Mocki“ hatte als ernsthafte Gegner nur die Hitze mit rund 26 Grad, den Wind und die Uhr. Um die Wettkampfbedingungen für die Läuferinnen zu verbessern, war der Start um eine Stunde nach hinten verlegt worden. Später im Ziel nach einem erfolgreichen Solo-Rennen, dass Vater Alfred per Videokamera aufgenommen und live via Facebook der großen „Mocki“-Community zur Verfügung gestellt hatte, sagte Sabrina: „Es wäre noch besser gewesen, den Lauf vier Stunden zu verlegen, so warm war es heute!“

Schon vor dem Startschuss war klar, dass in einem solchen Hitzerennen nur die EM-Norm von 32:50 min. die Marschroute sein könnte – die immer noch fehlende Olympia-Norm für Rio von 32:15 Minuten war außer Reichweite. Doch durch die jetzt geknackte EM-Norm über 10.000 Meter bei schwierigen Bedingungen hat sich die 1,55 Meter kleinen Siegerländerin eine weitere Option auf Olympia eröffnet.

Sabrina Mockenhaupt will jetzt in London die Olympianorm knacken

Und so sehen ihre Überlegungen aus: Bereits in zwei Wochen, am 21. Mai, will Sabrina Mockenhaupt im Rahmen der offenen britischen Meisterschaften über 10.000 m in London die Rio-Norm angreifen. Gelingt ihr eine Zeit von unter 32:15 min. ist sie für ihre vierten Olympischen Spiele qualifiziert. Dann würde „Mocki“ bei der Europameisterschaft auch die Halbmarathonstrecke bevorzugen. Schafft sie die Norm in London nicht, dann hat sie nun dank der Quali mit dem 10.000-Meter-Rennen bei der EM im Juli in Amsterdam noch eine weitere Chance, sich für Olympia zu qualifizieren. Der Auftritt in Celle – 32:40 Minuten im Alleingang gegen den Wind und bei großer Wärme – gibt ihr sicherlich Hoffnung, das Olympia-Ticket noch lösen zu können.

Stefan Brockfeld überrascht Konkurrenz und Titel-Favoriten

Stefan Brockfeld überraschte die Konkurrenz bei den Deutschen Meisterschaften über 10.000 Meter in Celle.     Archivfoto

Stefan Brockfeld überraschte die Konkurrenz bei den Deutschen Meisterschaften über 10.000 Meter in Celle. Archivfoto

War der DM-Titel von Sabrina Mockenhaupt nicht wirklich überraschend, so war der Sieg eines anderen Siegerländers schon eine kleine Sensation: Stefan Brockfeld vom TuS Deuz, seit diesem Jahr frisch in die Altersklasse der M50 aufgestiegen, gewann in starken 34:49,91 Minuten den Titel des Deutschen Seniorenmeisters. Bei praller Sonne und Temperaturen von 25 Grad, fiel hier schon um 15.30 Uhr der Startschuss – nicht eben gute Bedingungen für ein Rennen über 25 Stadionrunden. Eigentlich hatte „Brock“ gar keine Chance auf den Titel, denn mit dem Abonnements-Meister und „Überflieger“ in der Altersklasse M50, Hardy Flum (LG Hohenfels), war der Meistertitel eigentlich schon vergeben.

„Brocki“ stürmte von Rang vier zum Deutschen Meistertitel der M50

Aber der Deuzer zeigte sich an diesem Tag in absoluter Bestform. Anfangs auf Platz vier liegend arbeitete sich der 50-Jährige im Laufe des Rennens auf Platz zwei vor. Zu dem Zeitpunkt führte Favorit Hardy Flum schon mit 100 Meter Vorsprung das Feld an. Mit 17:30 min. passierte er die 5-km-Marke und konnte im Gegensatz zur Konkurrenz sein Tempo auch in der zweiten Rennhälfte beibehalten. Angefeuert von Sabrina und Hildegard Mockenhaupt, sowie Christl Dörschel von der SG Wenden, die im Frauen-Rennen von Sabrina Mockenhaupt Stunden später in 36:58,57 min. den 10. Platz belegen sollte, schmolz der Vorsprung von Hardy Flum langsam und stetig dahin. Ausgangs der vorletzten Runde konnte „Brock“ dann tatsächlich aufschließen und sich sogar an die Spitze setzen. In der letzten Runde holte er nochmal alles raus. O-Ton: „Ich bin um mein Leben gerannt…!“ In starken 34:49,91 min. gelang ihm das schier Unmögliche: Stefan Brockfeld ist Deutscher Seniorenmeister der Klasse M50 über 10.000 Meter!

Eyob Berhe Solomun von der SG Wenden Vierter im Männer-Rennen

Etwas bessere Bedingungen als Stefan Brockfeld am Nachmittag hatten dann die Männer der Hauptklasse über 10.000 Meter. Das Rennen rennen wurde eine Stunde nach den Frauen gestartet. Hier lief Eyob Berhe Solomun von der SG Wenden ein gutes Rennen. Der 23-jährige Läufer aus Eritrea konnte sich im Schlussspurt gegen den für den TV Was­ser­los lau­fen­den Ex-Äthio­pier So­lo­mon Mer­ne Es­he­te knapp durchsetzen und wurde in 29:49,45 Minuten Vierter. Neuer Deutscher Meister wurde Mitko Seboka (LAC Quelle Fürth) in 29:23,57 min. Trotz der schwierigen Bedingungen lief Eyob Solomun nahe an seine Bestzeit heran, die er im Trikot der SG Wenden im Vorjahr mit 29:26,38 Minuten aufgestellt hatte.

Weitere Ergebnisse:

W50: 10. Ina Andrea-Syrek (SG Wenden/Jg. 63) 49:37,75 min.

M75: 4. Ulrich Gans (LG Sieg) 50:55,64 min.

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