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Gesa Felicitas Krause und Arne Gabius „Läufer des Jahres 2017“

Gala „Läufer des Jahres 2017“ (von links): Dr. Franz-Josef Weihrauch (Krombacher), Frank Lebert (DLV-Chef-Vermarkter), „Läufer des Jahres 2017“ Arne Gabius, Inga Böge-Krol (Nominierte in der Kategorie „Hobbysportler) sowie der „Hobbysportler des Jahres 2017“ Klaus Nofftz.

Kreuztal-Krombach. Die aus Ehringshausen im Dillkreis stammende Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) und der Hamburger Arne Gabius (TherapieReha Bottwartal) könnten sich eigentlich gleich eine Eigentumswohnung in Krombach sichern, um schneller vor Ort zu sein, wenn es wieder Mal eine Ehrung beim bekannten Bierbrauer gibt. Bereits zum dritten Mal wurden die beste Hindernisläuferin und der schnellste Marathonläufer Deutschlands bei der Wahl von laufen.de und dem Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) als „Läufer des Jahres“ ausgezeichnet. Für Krause war es nach 2015 und 2016 sogar ein Hattrick.

Zu der festlichen DLV-Läufer-Gala in der Krombacher Brauerei waren neben den Nominierten, Vertretern des DLV sowie Teilnehmern des in Siegen veranstalteten 2. DLV-Lauf-Symposiums auch wieder viele Läuferinnen und Läufer aus dem Siegerland eingeladen. Die freuen sich Jahr für Jahr darauf, gemeinsam mit Läufern der Deutschen Spitzenklasse über die Höhen von Krombach laufen zu können und mitten im Wald am Krombacher Verpflegungsstand Station zu machen. Es war nun bereits die sechste DLV-Läufergala in Krombach – und es ist die Läufergala, die vor allem durch den begeisterten Motivationsvortrag von Joey Kelly in Erinnerung bleiben wird.

Kämpferische Aufholjagd nach Sturz-Pech

Zunächst standen jedoch die Auszeichnungen der erfolgreichsten und beliebtesten Läufer Deutschlands sowie die Wahl zum Hobbyläufer des Jahres auf dem Programm. Für Gesa Felicitas Krause, die Deutsche Rekordlerin über 3000 Meter Hindernis, war es bereits der dritte Titelgewinn in Folge. Die Läuferin aus dem Dillkreis überzeugte eine Fachjury und die laufen.de-User vor allem mit ihrem Auftritt bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London. Die amtierende Europameisterin und WM-Dritte von Peking 2015 hatte in London als Medaillenkandidatin gegolten. Doch ein unverschuldeter Sturz raubte ihr alle Chancen. Mit einer unglaublichen Energieleistung kämpfte sich die 25-Jährige vom Ende des Feldes noch auf den neunten Platz vor. Es war sicher vor allem dieses Sturz-Pech-Rennen, dass der 1,67 Meter kleinen Läuferin mit dem großen Kämpferherzen viele Sympathien eingebracht hat. Am Ende der Saison setzte Krause nochmals ein Ausrufezeichen: Über 3000 Meter Hindernis verbesserte sie beim Berliner ISTAF ihren eigenen Deutschen Rekord auf die neue Marke 9:11,85 Minuten.

Krause zum zweiten Mal mit Video-Botschaft

Rückblick: Gala „Läufer des Jahres 2015“, Gesa Felicitas Krause bedankt sich für die Wahl zur Läuferin des Jahres. 2016 und auch in diesem Jahr konnte sie den Preis nicht persönlich entgegennehmen.

Im Vorjahr gewann Krause den Läuferpreis nachdem sie als beste Europäerin bei den Olympischen Spielen in Rio Platz sechs belegt hatte und ihre starke Saison mit einem neuen Deutschen Rekord von 9:18,41 Minuten gekrönt hatte. Im Vorjahr erkrankt konnte sie auch diesmal nicht nach Krombach anreisen. Krause bereitet sich derzeit im Winter-Trainingslager in der Schweiz auf – wie im Vorjahr bedankte sie sich per Video-Botschaft bei ihren Wählern: „Es ist mir eine riesige Ehre, dass ich den Titel zum dritten Mal gewinnen konnte. Ich freue mich riesig. Vielen Dank an alle, die für mich abgestimmt haben.“ Sie war bereits 2015 und 2016 nach ihrer Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften in Peking und ihrem EM-Sieg von Amsterdam zur „Läuferin des Jahres“ gewählt worden.

Klosterhalfen Zweite – „Mocki“ Dritte

Hinter Krause, die 32 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte, landeten Nachwuchshoffnung Konstanze Klosterhalfen (TSV Bayer 04 Leverkusen; 22 Prozent) und die Obersdorferin Sabrina Mockenhaupt (Haspa Marathon Hamburg; 20 Prozent) auf den Plätzen zwei und drei. Konstanze Klosterhalfen unterbot 2017 mit nur 20 Jahren auf gleich drei Strecken die dazugehörige „Schallmauer“: Sie lief 800 Meter unter 2:00, 1500 Meter unter 4:00 und 5.000 Meter unter 15:00 Minuten. Über 1500 Meter war das seit dem Ende der DDR keiner deutschen Läuferin mehr gelungen. Dazu stellte sie über 3000 Meter in 8:29,89 Minuten einen deutschen Rekord auf. Während sie bei der WM in London noch ein wenig Lehrgeld zahlen musste und das Finale verpasste, sicherte sie sich bei der U23-EM über 1500 Meter den Titel und holte bei den Erwachsenen in der Halle EM-Silber.

Sabrina Mockenhaupt zeitgleich in Lissabon

Das heimische Aushängeschild Sabrina Mockenhaupt konnte aufgrund anderer Verpflichtungen – die Obersdorferin, die mittlerweile in Metzingen lebt, hielt zum gleichen Zeitpunkt einen Vortrag in Lissabon – nicht zur Gala nach Krombach kommen. Die noch 36-jährige belegte bei der Wahl den Dritten Platz. Ihr war 2017 nach zahlreichen Verletzungen und Krankheiten ein beachtliches Comeback gelungen. „Mocki“ holte gleich drei deutsche Meistertitel: über 10.000 Meter auf der Bahn sowie über zehn Kilometer und im Halbmarathon auf der Straße. Insgesamt war die gebürtige Wilgersdorferin jetzt schon 45-mal Deutsche Meisterin. Im Halbmarathon ist sie mit 1:10:54 Stunden sogar die schnellste Deutsche 2017.

Rekordhalter Gabius wieder „Läufer des Jahres“

Auf der Bühne in Krombach: Konstanze Klosterhalfen und Arne Gabius mit seinem fünf Wochen alten Sohn im Arm.

Bei den Männern setzte sich Arne Gabius nach 2014 und 2015 erneut gegen die Konkurrenz durch. Mit 45 Prozent der Stimmen lag er deutlich vor dem Köln-Marathon-Sieger Hendrik Pfeiffer (TV Wattenscheid 01; 21 Prozent) und Vorjahressieger Richard Ringer (VfB LC Friedrichshafen; 13 Prozent). Der 28-Jährige ist mit 13:13,46 und 28:05,96 Minuten nicht nur DLV-Jahresbester über 5000 und 10.000 Meter, sondern gewann auch bei der Hallen-EM in Belgrad Bronze über 3000 Meter. Gabius war Ende Oktober bei seinem dritten Start beim Mainova Frankfurt Marathon zum dritten Mal unter 2:10 Stunden gelaufen und rangiert in der europäischen Jahresbestenliste auf Platz drei. Nur wenige Tage nach der Geburt seines ersten Sohns wurde er dabei in 2:09:59 Stunden auch deutscher Marathon-Meister. In den Wochen nach Frankfurt bestimmte zunächst der Nachwuchs den Lebensrhythmus des Spitzenläufers. Am Galaabend kurz zuvor von der Mama gesättigt hielt Arne Gabius auf der Bühne sein erst fünf Wochen altes Söhnchen friedlich schlafend mit rotem Erdbeer-Mützchen im Arm – auch die heimischen Läufer im Kinosaal der Krombacher Brauerei waren von dem sympathischen Auftritt von Arne Gabius berührt. Nach seiner Ehrung bedankte sich Arne Gabius bei den Usern von laufen.de, die ihn zum „Läufer des Jahres“ gekürt hatten: „Das ist ein runder Abschluss für dieses Jahr und auch ein Beleg, dass die laufen.de-User meine Leistung vom Frankfurt-Marathon anerkennen“, sagte er.

Klaus Nofftz Hobbyläufer des Jahres

Gala „Läufer des Jahres 2017“. Hobbyläufer des Jahres 2017 Klaus Nofftz freute sich über die Auszeichnung.

Zum „Hobbyläufer des Jahres“ wurde Klaus Nofftz aus Leverkusen gewählt. Er erhielt 52 Prozent der auf laufen.de abgegebenen Stimmen und wurde in der Krombacher Brauerei für sein Engagement ausgezeichnet, mit dem er immer mehr Menschen fürs Laufen begeistert. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen zu helfen, die ein Rennen finishen wollen. Der 60-Jährige ist als privater Tempomacher ehrenamtlich tätig. Die Läufer kostet sein Service keinen Cent. Bei der Wahl zu den „Hobbyläufern des Jahres“ kamen Florian Liebig (Frankfurt; 25 Prozent) und Inga Böge-Krol (Bochum; 23 Prozent) auf die Plätze zwei und drei. Der Blogger und die Lehrerin sind ebenfalls sehr engagiert, wenn es darum geht, Menschen zum Laufen zu motivieren. Auch der Preisträger des Vorjahres in der Kategorie „Hobbyläufer des Jahres“, Burkhard Farnschläder aus Herdorf (:anlauf Siegen), ließ es sich nicht nehmen, auch diesmal zur Ehrung nach Krombach zu kommen.

Rückblick. Gala „Läufer des Jahres 2015“ (von links): Dr. Franz-Josef Weihrauch (Krombacher), Hobbyläufer des Jahres Burkhard Farnschläder, Läuferin des Jahres Gesa Felicitas Krause und Frank Lebert (DLV-Chef-Vermarkter).

Extremsportler Joey Kelly in der Jury

Der Abstimmung unter den Usern von laufen.de war bei den Profi- und bei den Hobbyläufern eine Auswahl durch eine Jury vorangegangen, zu der Extremläufer Joey Kelly, der ehemalige ZDF-Leichtathletik-Reporter Wolf-Dieter Poschmann, laufen.de-Chefredakteur Christian Ermert, der fürs Laufen zuständige DLV-Vizepräsident Dr. Matthias Reick, DLV-Chef-Vermarkter Frank Lebert und der bei der Krombacher-Brauerei für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige ehemalige 29-Minuten-Läufer Dr. Franz-Josef Weihrauch angehörten.

Amanal Petros und Franzi Reng
Nachwuchs-Cup-Sieger

Neben den „Läufern des Jahres“ wurden in Krombach auch die Sieger im 2017 erstmals ausgetragenen Deutsche Nachwuchsläufer-Cup geehrt. Die Serienwertung von Zehn-Kilometer-Straßenläufen steht unter der Schirmherrschaft des DLV und wird mit freundlicher Unterstützung von German Road Races (GRR) ausgetragen. Dazu zählten 2017 fünf ausgewählte nationale Laufevents sowie die Deutschen Meisterschaften im Zehn-Kilometer-Straßenlauf. 2017 gewann in der männlichen U23 der U23-EM-Zweite über 10.000 Meter, Amanal Petros (SV Brackwede). In der weiblichen U23 holte sich die Regensburgerin Franziska Reng den Cup-Sieg. Die U20-Siegerin heißt Jasmin Beer (Kimbia sports e.V.). Überragender Läufer in der U18 war Elias Schreml (LG Olympia Dortmund). Der 17-Jährige war stets schneller unterwegs als der U20-Sieger Steffen Baxheinrich (LV Oelde). Auf Gesamtrang eins in der weiblichen U18 landete Sophie Kretschmer (LAC Aschersleben).

Gemeinsamer Dauerlauf durch die Hecke

Los geht’s zum gemeinsamen Dauerlauf mit dem Deutschen-Marathon-Rekordhalter Arne Gabius (4. von rechts) und etlichen heimischen Läufern.

Bevor sich jedoch die vielen meist auch aktiven Laufsportler im Sessel des Krombacher-Kinosaals gemütlich niederlassen konnten, stand den Gala-Teilnehmern noch eine ganz besondere Prüfung bevor. Wer sich nicht einer Gruppe zur Brauereibesichtigung angeschlossen hatte, der nahm die Herausforderng zu einem gemeinsamen Waldlauf oberhalb der Krombacher Braustätte an. Wer die Strecke kennt, der weiß, hier sind gleich auf den ersten drei Kilometern echte “Kletterqualitäten” gefragt. Aufgeteilt nach Leistungsklassen, 5-, 6-, 7- und 8-Minuten-Tempo pro Kilometer gings dann mit Start an der Braustube hinauf auf den Krombacher Höhenzug. Es war erneut eine gelungene Einlage, um auch die vielen heimischen Teilnehmer an der überregionalen Läufergala aktiv zu beteiligen. Viele heimische Vereine waren der Einladung nach Krombach gefolgt. In der schnellsten Laufgruppe dabei auch Arne Gabius. „Ich habe zwei Wochen lang nach dem Frankfurt Marathon überhaupt nicht gelaufen, jetzt fange ich langsam wieder an und da ist hier so ein Läufchen gar nicht so schlecht.“ Etliche heimische Läufer freuten sich über den gemeinsamen Lauf – schließlich bietet sich nur selten die Gelegenheit, mit einem Deutschen-Marathon-Rekordhalter fachsimpelnd durch die Hecke zu rennen.

Mein Erinnerungsfoto mit Arne Gabius vor dem Haupteingang der Krombacher Braustube nach einem gemeinsamen Schlusskilometer bergab .

Deutscher Nachwuchsläufer-Cup 2018

18. März: Dresdner Citylauf
31. März: Paderborner Osterlauf
29. April: Würzburger Residenzlauf
2. Sept.: Stadtwerke Kö-Lauf in Düsseldorf (U18/U20)
2. Sept.: DM 10 km Straße in Bremen (U23)
14. Oktober: Great 10K Berlin

Die „Läufer des Jahres“ von 2012 bis 2017

2017

Profiläuferin des Jahres: Gesa Krause (Silvesterlauf Trier)

Profiläufer des Jahres: Arne Gabius (TherapieReha Bottwartal)
Hobbyläufer des Jahres: Klaus Nofftz (Leverkusen)

2016
Profiläuferin des Jahres: Gesa Krause (LG Eintracht Frankfurt)
Profiläufer des Jahres: Richard Ringer (VfB LC Friedrichshafen)
Hobbyläufer des Jahres: Jörg Drewing (Lübeck)

2015

Profiläuferin des Jahres: Gesa Krause (LG Eintracht Frankfurt)
Profiläufer des Jahres: Arne Gabius (LT Haspa Marathon Hamburg)
Hobbyläufer des Jahres: Burkhard Farnschläder (Herdorf)

2014

Profiläuferin des Jahres: Antje Möldner-Schmidt (LC Cottbus)
Profiläufer des Jahres: Arne Gabius (LAV Stadtwerke Tübingen)
Hobbyläufer des Jahres: Rudi Schmidt (Wolfsburg)

2013

Profiläuferin des Jahres: Irina Mikitenko (LG Eintracht Frankfurt)
Profiläufer des Jahres: Homiyu Tesfaye (LG Eintracht Frankfurt)
Hobbyläufer des Jahres: Sven Hildebrandt (Göttingen)

2012

Profiläuferin des Jahres: Anna Hahner (run2sky.com)
Profiläufer des Jahres: Jan Fitschen (TV Wattenscheid 01)

Hobbyläuferin des Jahres: Ilka Groenewold (Hamburg)

Gala „Läufer des Jahres 2016“ – HIER
Gala „Läufer des Jahres 2015“ – HIER

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